KULTURLEBEN 2018 – Rückblick auf einige Aktivitäten

& Giovanni Boccaccio – Decamerone

Deutsch-Italienische Gesellschaft würdigt Boccaccios Erzählkunst

Donnerstag, 01.03.2018 – Lesung

Als die Pest 1348 in Florenz wütet, fliehen sieben junge Frauen und drei Männer aus der Stadt auf ein Landgut. Sie vertreiben sich dort die Zeit, in dem sie an jedem der zehn Tage zehn Geschichten erzählen. Dieses Zehntagebuch“ (Il Decamerone) von Giovanni Boccaccio ist ein Klassiker der Weltliteratur, der auch rund 650 Jahre nach seinem Erscheinen nichts von seiner Strahlkraft eingebüßt hat. Und so lauschten rund 70 Gäste im voll besetzten Vortragssaal der Landesbibliothek dem Lesemarathon der Deutsch-Italienischen Gesellschaft Lippe-Detmold (DIG) aus dem Dekameron. Die ausgewählten Textpassagen mit ihrem Humor schenken einen Abend, „den man mit einem Lächeln auf den Lippen genießt“, stellte DIG-Präsidentin Cornelia Liese-Koch voran. Gleichzeitig legte sie ein beredtes Zeugnis von der Erzählkunst Boccaccios ab, der am Beginn der Renaissance steht. Er hat zahlreiche Dichter der folgenden Jahrhunderte beeinflusst.

So trug Dr. Michael Zelle, Direktor des Lippischen Landesmuseums, den immer wieder adaptierten Griselda-Stoff vor, in dem eine Bauerstochter einen Grafen heiratet, der ihre Liebe auf unbarmherzige Proben stellt. Sie erträgt alles demütig und gewinnt am Ende alles zurück. Neben Zelle lasen Hausherr Dr. Joachim Eberhardt, Manuela Piche (Stadtbibliothek) und Sophie Gurcke, Schülerin am Stadtgymnasium. Christiane Erhardt (Leopoldinum) trug eine Novelle auf Italienisch vor. Cornelia Liese-Koch, Frank Brinkmann und Silke Offermann teilten sich die Moderation. Die Journalisten Jens-Olaf Buhrdorf (WDR-Studio Detmold) und Ralf Freitag (Geschäftsführer der Lippischen Landes-Zeitung) brachten dann zum Schluss die im nächtlichen Neapel spielende Geschichte des Pferdehändlers Andreuccio. „Wir hatten als Publikum das Gefühl, dabei gewesen zu sein“, resümierte Cornelia Liese-Koch.

Der Lesemarathon fand zeitgleich in Italien und Deutschland statt. Er soll den Anstoß geben, sich mit den Dichtern und ihren Werken neu oder wieder zu beschäftigen.

(aus dem Bericht der Lippischen Landeszeitung zur Lesung)

Foto: unbekannt/Wikimedia Commons

& Sonntagsmatinee – mediterrane Impressionen

„Mariposa sprach Bellavista“

Sonntag, 14. Januar 2018, 11:00 Uhr, Vortragsraum der VHS Detmold

Musikalisch werden wir verwöhnt von der Gruppe Mariposa. Mariposa (span. Schmetterling) spielt ein historisches Musikprogramm, italienische, französische und sephardische Lieder und Tänze, gespielt auf Instrumenten der Zeit, wie Dudelsack, Drehleier, Chalumeaux, Maultrommel, Flöten, Mandolen, Gitarre und Rahmentrommel. Eigene Kompositionen ergänzen das Programm. Die Mitglieder der Gruppe sind Veronika van Slooten, Rolf Leßmeier und Uwe Vogel.

Und mit Bellavista und bella vista stimmt uns Jürgen Koch literarisch-humorvoll auf das Neue Jahr 2018 ein.

Im Anschluss folgt im Braukeller der kulinarische Teil des Vormittags mit italienischen Spezialitäten, vorwiegend aus Mittelitalien (Umbria/Toscana‎/Marche), auch „Olio extravergine“ und „finocchiona“ sind dabei und zum Abschluss „un caffè o digestivo“, alles nach dem Prinzip Sehen/Riechen/Schmecken – und Genießen.