Buchempfehlungen des Literaturzirkels – Circolo di letteratura

Lesezirkel der Deutsch-Italienischen Gesellschaft Lippe-Detmold – Circolo di letteratura

Seit Anfang 2018 gibt es unseren Lesezirkel. In unregelmäßigen Abständen, etwa einmal im Quartal, treffen sich interessierte Mitglieder unserer Gesellschaft in anregender Runde, um ein vorher gelesenen Buch zu besprechen. Die Auswahl des Buches für das nächste Treffen wird jeweils am Leseabend festgelegt.

Es werden Bücher überwiegend italienischer Autoren und Autorinnen in der deutschen Übersetzung besprochen. Gelegentlich liegt eine italienische Originalausgabe vor, aus der zitiert wird. Am Leseabend werden mitunter besonders eindrückliche Passagen nochmals als Diskussionsanstoß gelesen.

Die Teilnehmerzahl ist begrenzt, da diese Abende in privaten Räumlichkeiten stattfinden und sich an die Diskussionsrunde meistens ein kulinarischer Teil mit Gesprächen über Gott und die Welt anschließt.
Wer am Circolo di letteratura interessiert ist, kann sich gern unter der email-Adresse: mail@dig-lippe.de melden. Bei entsprechendem Interesse werden wir einen Circolo Due ins Leben rufen, vielleicht auch als Video-Konferenz, wenn die Kontaktbeschränkungen noch länger gelten sollten.

& Unsere Buchempfehlungen

Römische Gespenster – Luigi Malerba

„Mit Römische Gespenster, seiner an amourösen Verwicklungen überreichen Ehegeschichte, erweist sich Luigi Malerba einmal mehr als mit allen Wassern der formalen Virtuosität gewaschener Meister“ schwärmt Maike Albath (die wissenschaftliche Begleitung zum diesjährigen VDIG- Lesemarathon).
Malerba bringt in der Geschichte von Giano und Clarissa, die sich gegenseitig betrügen und deren ehelichen Abwege sich immer wieder kreuzen, immer mehr Tempo in das Geschehen und verspottet augenzwinkernd das römische Leben von heute, so Albath.

Die Frau im Mond – Milena Agus

Die Autorin erzählt die Geschichte einer besonderen Frau, die von der großen Liebe träumt. Als Sardin ist sie im Alter von dreißig längst über den Zeitraum der „ guten Partie“ hinaus. Die „Vernunftheirat“ mit einem Witwer aus Cagliari führt zu dem Schwur, sich im Bett nie anzurühren. Sie muss noch einige Jahre geduldig warten, bis sie ihre Erfüllung bei einer Thermalkur auf dem Festland erfährt…

Im Meer schwimmen Krokodile – Fabio Geda (Nel mare ci sono i coccodrilli)

Eine „storia vera“, eine wahre Geschichte:
Der Überraschungsbestseller aus Italien behandelt ein hochaktuelles Thema: Menschenwürde und Überlebenswillen.

Erzählt wird die Geschichte eines zehnjährigen afghanischen Jungen, der von seiner Mutter außer Landes geschmuggelt wird. Bevor sie ihn verlässt, empfiehlt sie ihm drei Dinge, die er nie im Leben tun darf: erstens: Drogen nehmen, zweitens: zu den Waffen greifen, drittens: stehlen. Mit diesen drei Lebensregeln als Kompass macht der Junge sich auf seine Überlebensreise durch sechs Länder, die viele Jahre dauern und ihn schließlich nach Italien führen wird. Atemberaubend sind die Erlebnisse auf seiner Irrfahrt.
Aber, was auch immer geschieht, er tut nichts Böses. Er arbeitet und besteht Tag für Tag das Leben, findet Freunde, zieht weiter: immer auf der Suche nach einem Grund, glücklich zu sein…

Accabadora – Michela Murgia

Auf intensive Art vermittelt die Autorin sardische Denkweisen und Ge- wohnheiten, wie theatralische Trauerrituale und die Ausstattung der Haus- halte mit religiös bedeutsamen Gegenständen. Sachlich, ohne Ironie der Moderne und ernsthaft wird das ländliche Leben auf Sardinien beschrieben.
Wer in der traditionellen Weltanschauung der Insel seine Heimat verlässt, verrät seine Wurzeln und seine Identität. Eine Rückkehr hat Folgen…
Das etruskische Lächeln – José Luis Sampedro (La sorrisa etrusca)

Behandelt werden von dem spanischen Autor der Nord-Süd-Konflikt Italiens, Menschlichkeit ohne Sentimentalität, Liebe und Respekt vor dem Alter.
Der Protagonist Salvatore Roncone, ein Bauer und ehemaliger Widerstands kämpfer aus dem „Mezzogiorno“ versinnbildlicht die altertümliche Lebens- führung des Südens. Mit dieser Haltung trifft er auf Sohn, Schwiegertochter und Enkel, die sich im modernen Mailand niedergelassen haben…

Acht Berge – Paolo Cognetti (Le otto montagne)

„Ein Buch für alle, die an Freunden aus Kindheitstagen festhalten und sich fragen: Was verbindet uns eigentlich?“ (Zitat: Einbandrückseite).
Eine eindringliche, archaische Geschichte über die Unbezwingbarkeit der Natur und des Schicksals, über das Leben, die Liebe und den Tod.
Nicht Oberflächlichkeit und Selbstdarstellung, sondern das nackte Überleben steht im Zentrum der Erzählung. Es wird die Frage nach dem „richtigen“ Leben gestellt…

Pinocchio – Carlo Collodi (Le avventure di Pinocchio – La storia di un burattino)

„Pinocchio ist wahrhaftig Italiens großes Buch, das nie aufhört, uns zu ernähren, uns zum Staunen zu bringen, uns zu trösten: ein kleines, so vollkommenes Universum mit seinen Gesetzen, die wir nie mehr verleugnen werden.“ (Federico Fellini).

Der Auto erzählt ein wunderbares Märchen für Kinder und Erwachsene. Humorvoll und lehrreich symbolisieren Charaktere aus dem Tierreich menschliche Verhaltensweisen und Persönlichkeitsmerkmale. Die Abenteuer bringen einen zum Schmunzeln und Lachen, zum Weinen und zum Träumen…

Über Meereshöhe – Francesca Melandri (Piu alto del mare)

Der dritte Roman der Autorin nach Eva schläft und Alle, außer mir knüpft historisch an die „bleiernen Jahre“ (anni di piombo) und die po- litischen Unruhen im Italien der 70er des vergangenen Jahrhunderts an.

Die drei Hauptpersonen, der Vater eines Terroristen, die Ehefrau eines Mörders und ein Justizvollzugsbeamter als Bewacher der Mörder werden schicksalhaft vom „Maestrale“, dem Nordwestwind, zusammen geführt. Ohne dessen Naturgewalt wäre es nicht zu der dramatischen Konstellation gekommen.

Durch passende Bilder und ungewöhnliche Vergleiche werden nachhaltige Eindrücke geschaffen, die die Phantasiewelt der Leserinnen und Leser bereichern…


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